Regionales Wohnen

Neuer Versuch fürs neue Wohngebiet

Es waren ehrgeizige Pläne, denn es sollte ein Vorzeigestadtteil werden: Der Obere Brühl, die ehemalige Mangin-Kaserne, als verdichtetes klimaneutrales Wohngebiet. Mit diesem hohen Anspruch und 14 Mindestanforderungen ging die europaweite Ausschreibung raus. Vier Investoren schauten sich daraufhin das Areal an. Doch am Ende sprangen alle ab.

Es ging es um den Bau von rund 680 Wohnungen, von denen 250 unter dem Mietspiegel liegen sollten. Nur zehn Prozent waren als Eigentumswohnungen vorgesehen. Zusammen mit vielen anderen Anforderungen, wie dem KfW-Energiestandard 40, war das ein zu enges Korsett, als dass sich potenzielle Investoren davon ein Geschäft versprechen konnten. Nun steht die Stadt mit ihren schönen Plänen für das Vorzeigequartier alleine da.

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Zukunftspläne

Wie soll es nun weitergehen? Die Stadt will nun auf dem Oberen Brühl kleinere Brötchen backen und die Wohnbebauung in mehreren Bauabschnitten scheibchenweise realisieren. Das dauert zwar länger, reduziert aber das Risiko für Investoren. 200 bis 250 Wohnungen sollen in einem ersten Schritt gebaut werden. Im Februar wird ausgeschrieben und dies ohne wesentliche Abstriche von der bisherigen Planung. Das Wohngebiet soll weiterhin klimaneutral werden - mit Geothermie, Photovoltaik, autofrei und günstigem Wohnraum. Angestrebt werden immer noch unter zehn Euro pro Quadratmeter.

Ein erster potenzieller Investor hat sich offenbar bereits im Rathaus vorgestellt und auch die örtlichen Baugenossenschaften und die städtische Wbg sollen wieder für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Der ursprüngliche Zeitplan, den ersten Bauabschnitt bis 2026 fertig zu stellen, wird aber nicht zu halten sein.

In das Projekt will die Stadt viel Geld investieren: Nach Abzug aller Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und Fördermitteln kostet die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes in den nächsten Jahren 28,5 Millionen Euro.